Großer Münsterländer - Über 80
Jahre Zucht und Vielseitigkeit
Die Herkunft
Der Große Münsterländer geht in seinen Ursprüngen über
den weißbunten Vogel- und Beizhund auf den langhaarigen Stöber-
und Wachtelhund zurück. Wie die meisten Jagdhunderassen trägt auch
der Große Münsterländer Brackenblut in sich. Nicht auszuschließen
ist ebenso der Einfluss von Linien der spanischen, französischen und
v.a. englischen Vorstehhunderassen. Der Große Münsterländer
zählt, wie der Kleine Münsterländer und der Deutsch-Langhaar,
zur Familie der langhaarigen deutschen Vorstehhunde. Als eine farbliche Spielart,
die bereits lange vor der Festlegung der Rassekennzeichen und Farbe für
Deutsch-Langhaars geführt, jedoch 1908 als unerwünschte Farbe endgültig
aus dem DL-Rasse-Standard gestrichen. Anhänger des schwarz-weißen
Langhaarschlages – vor allem in Westfalen und Niedersachsen –
schätzten aber diese Hunde bei der Niederwildjagd sehr und gründeten
schließlich 1919 den „Verein für die Reinzucht des langhaarigen
großen schwarz-weißen Münsterländer Vorstehhundes.“
Nach der Erfassung aller schwarz-weißen Tiere in einer „Urliste“
wurde 1922 von der „Delegierten-Kommission“ diese alte deutsche
Farbvariante als eigenständige Rasse anerkannt und das Zuchtbuch Große
Münsterländer (ZGM) eröffnet. Inzwischen hat sich der Große
Münsterländer nach über 80-jähriger, planmäßiger
Leistungszucht zu einem vielseitigen Jagdgebrauchshund entwickelt und wird
von Jägern auf nahezu allen Kontinenten wegen seinen Eigenschaften geschätzt.
Zucht
Obwohl ein sehr attraktiver Hund, ist der GM nach wie vor vorrangig in Jägerhand
zu finden. Sein angenehmes Wesen und eine enge Bindung an seinen Führer,
machen ihn zum unkomplizierten Familienmitglied. Selbst unerfahrene Erstlingsführer
kommen in der Regel mit dem GM zurecht. Ob in der Wohnung oder im Zwinger
gehalten, auf jeden Fall braucht ein GM viel Auslauf, sowie seinen Anlagen
entsprechende jagdliche Aufgaben. Nur ein jagdlich geführter GM kann
alle seine charakteristischen Eigenschaften voll entwickeln. Deswegen ist
ein GM als reiner Begleithund in der Regel nicht zu empfehlen.
Durch Leistung zu einem wesensfesten, vielseitigen und formschönen Hund
ist unsere Devise! Aus diesem Grund legen wir besonderen Wert darauf, dass
unsere Hunde auf den entsprechenden Prüfungen des Österreichischen
Jagdgebrauchshundeverbandes (Anlagenprüfungen und Feld- und Wasserprüfungen
sowie Vollgebrauchsprüfungen) geführt werden.
In jedem Herbst veranstaltet der deutsche Verband Große Münsterländer
e.V. (VGM) eine Zuchtausleseprüfung für die besten Jährlinge
des jeweiligen Jahres die „vorm Walde Herbstzuchtprüfung“.
Diese internationale Prüfung kann auf eine sehr lange Tradition zurückblicken.
Zum ersten mal 1925 in 0er ausgerichtet, fand 2002 in Niedersachsen die 55.
V.W. HZP statt.
Auf diese Weise und durch Beobachtung des gesamten Prüfungsgeschehen,
der Zuchtschauen und einer besonders strengen Zuchtordnung, können Leistung
und Erbgesundheit des Großen Münsterländers überwacht
und weiter optimiert werden. Besuchen Sie zahlreiche Aktivitäten des
Vereines und überzeugen Sie sich Selbst von den Qualitäten der „Schwarz-weißen“.
Charakteristik
Spur- und Fährtentreue, feste Anlage fürs Verlorenbringen, Wasserfreude,
Wild- und Raubzeugschärfe, verbunden mit einer guten Führigkeit
– das sind Eigenschaften eines großen Münsterländer.
Feld
Die Vorstehanlage und die Quersuche des GM ist genetisch fest verankert, so
dass ein entsprechend geführter Großer Münsterländer
hervorragende und flotte Arbeit im Feld leistet. Trotzdem arbeitet er lieber
in enger Bindung an seinen Führer unter der Flinte. Diese Eigenschaft,
gepaart mit Ruhe, wird oft von Falknern geschätzt. Immer mehr GM finden
jährlich ihren Platz beim Jagen unter dem Greif. Die Domäne des
Großen Münsterländers bleibt nach wie vor die Arbeit nach
dem Schuß. Überall dort wo er seine feine Nase tiefer setzen kann,
fühlt er sich wohl. Sei es im dichten Bewuchs, oder im Schilf beim Stöbern,
sein schützendes Haarkleid macht ihn weitgehend unempfindlich gegen äußere
Einflüsse, wie Nässe, Kälte, sowie Dornen und scharfkantigem
Schilf.
Wald
Der Finderwille und die tiefe Nasenführung fördern das Verlorenbringen.
Bei entsprechender Ausbildung und regelmäßigem Einsatz leisten
GM auch am Schweiß beachtliche Arbeit. Zur Zucht zugelassen werden nur
lautjagende Hunde. Etliche sind spur-, viele fährtenlaut, fast alle sichtlaut.
Zunehmend werden GM bei Bewegungsjagden im Wald eingesetzt. Ein sehr guter
Orientierungssinn, intelligente Wildschärfe, kombiniert mit sehr guter
Spurveranlagung machen v.a. helle Farbschläge bei solchen Jagden beliebt.
Als Vorstehhund neigt der GM am gesunden Wild in der Regel nicht zum anhaltenden
Jagen oder Hetzen.
Wasser
Besonderen Wert bei der Zucht legt der Verein auf die Eignung zur Wasserarbeit.
Strenge züchterische Selektion auf Anlagen für die Wasserarbeit
vor und nach dem Schuß, gepaart mit einer ausgesprochenen Wasserfreudigkeit
und entsprechendem Durchhaltewillen machen Große Münsterländer
bei jeder Wasserjagd unersetzbar.
| Mit Waidmannsheil Erwin Schwindsackl Vizepräsident VGM AT |
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